Was ist Hass und wie entsteht er?

Hass ist ein komplexes Gefühl, das aus Antipathie, Ärger und Abwertung besteht. Hass entsteht dort, wo wir unseren Ärger nicht kanalisieren können und uns daher ohnmächtig fühlen, uns nicht wehren können. Hass ist etwas statisches. Hass und Liebe sind extrem intensive Gefühle. In Beziehungen kann Liebe dann in Hass umschlagen, wenn die Verletzungen zu tief und lang andauernd sind, wir große Vertrauensbrüche erfahren mussten und durch viele alltägliche Kleinigkeiten, die als Missachtung unserer Selbst empfunden werden. Hass schafft emotionale Distanz. Die brauchen wir dann, wenn wir enttäuscht sind oder für Verhaltensweisen kritisiert werden.

Hass richtet sich oft nicht gegen die geliebte Person, sondern gilt ihrem Verhalten, das schmerzt, weil es nicht unseren Bedürfnissen entspricht. In unserem Hass möchten wir unseren destruktiven Gefühle freien Lauf lassen, den vermeintlichen Verursacher vernichten, ihm Leid antun. Wenn wir uns dessen bewusst werden, empfinden wir oft eine große Traurigkeit. In deren Folge auch Schuldgefühle auftauchen können. Wir beginnen darüber nachzudenken, was wir der Beziehung und dem anderen angetan haben. Wir sind bereit für eine Veränderung. Die Vergangenheit bleibt, sie kann nicht verändert werden, jedoch kommen neue Erfahrungen hinzu. Mit einem wohlwollenden Blick auf uns und den anderen können wir statt Abneigung wieder Zuneigung empfinden.

Karin Nagl
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